Chris Böer

Klimapilgerweg 2021

"Rise to the moment, act now!“

Die Teilnehmenden am 5. Ökumenische Pilgerweg für Klimagerechtigkeit von Polen nach Glasgow haben am 11. Oktober den Ärmelkanal von IJmuiden in den Niederlanden nach Newcastle-upon-Tyne in England überquert. Vor Ort wurde ihnen ein herzlicher Empfang bereitet.

Schon kurz nach Verlassen der Fähre begrüßten die Kinder der St. Cuthbert‘s Grundschule die Klimapilgernden. Ihre Hoffnungen und Wünsche für mehr Klimaschutz drückten sie durch selbstgemalte Plakate und dem Sprechchor: „Rise to the moment, act now!“ aus. In der Turnhalle der Schule sangen die Kinder mit den Pilgernden gemeinsam Lieder zur Schöpfungsbewahrung. Auf das Dankeslied der Klimapilger, dem irischen Reisesegen „Möge die Straße“ hin stimmten die Kinder spontan die ihnen vertraute englische Version an. „All die Kinder zu treffen, die sich auf unsere Ankunft vorbereitet hatten, hat mein Herz sehr berührt und mich wieder daran erinnert, dass unsere Generationen viel mehr der Ressourcen der Welt verbrauchen, als uns zustehen“, sagte Annika Spalde, Diakonin in der schwedischen Kirche. „Mit den Kindern zu singen und in ihre Gesichter zu schauen, dabei zu realisieren, es geht um ihre Zukunft, für die wir uns jetzt einsetzen müssen, waren für uns alle sehr bewegende Momente“, so Chris Böer, Koordinator des Projekts.  

Begleitet von einigen Kindern zogen die Pilgernden zur St. Cuthbert’s Kirche. Im Empfangsgottesdienst wurden sie durch ein Grußwort des Parlamentsabgeordneten von Tynemouth, Sir Alan Campbell, in Großbritannien willkommen geheißen. Er machte deutlich, dass Klimawandel eines der wichtigsten Themen unserer Zeit sei und dass die kommende Klimakonferenz der Zeitpunkt für bedeutende Handlungen sei: „Dies ist eine dringende Angelegenheit, welche eine unmittelbare Reaktion erfordert. Es ist aber auch eine moralische Verantwortung.“ Mary Glindom, Parlamentsabgeordnete von North Shields, nahm die Pilgernden bereits am Fährhafen in Empfang. Sie bedankte sich sehr für den unglaublichen Einsatz der Klimapilgernden für mehr Klimagerechtigkeit und wünschte ihnen für ihre Reise nach Glasgow viel Erfolg.  

Nach diesem motivierenden Empfang ging es weiter zum Tagesetappenziel in Blyth. Für die nächsten Tage führt der Pilgerweg für Klimagerechtigkeit entlang der Küste über Holy Island zur schottischen Grenze nach Barwick-upon-Tweed. Dabei werden auch Kraft- und Schmerzpunkte der nördlichsten und im Vergleich sehr armen Region Northumberland besucht. Wir lernen beispielhafte Lösungen für nachhaltige Entwicklung kennen und besuchen Orte, an denen die Gefährdung der Schöpfung noch deutlich zutage tritt. Kirchengemeinden, Umweltinitiativen, Schulen und gemeinnützige Verbände informieren uns über ihre Situation, organisieren Begegnungen vor Ort oder bereiten thematische Veranstaltungen vor. Auf Exkursionen wie auch mit konkreten Aktionen und ökumenischen Andachten suchen wir den Austausch und wollen Impulse für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit hinterlassen.