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EU-Politik in Deutschland verankern

Das erreichte Klimaziel 2020, wie diese Woche durch das Bundesumweltministerium sowie das Umweltbundesamt veröffentlicht, dürfe nicht täuschen. „Statt einer entschiedenen Kehrtwende im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen, basiert der Erfolg v.a. auf dem Shutdown der Wirtschaft aufgrund der Corona-Pandemie”, stellt Bundesvorsitzende Daniela Ordowski klar. Sobald die Wirtschaft wieder normal produzieren könne, würden die Emissionen die alten Werte erreichen, wenn nicht sogar überschreiten. „Wie vielerorts mehrfach unterstrichen, haben wir jetzt in der Krise die Möglichkeit auch die Klimakrise in einer Neuaufstellung der Gesellschaft aktiv mitzudenken und endlich anzugehen”, unterstreicht die Bundesvorsitzende. 

EU-Ziel als Maßstab deutscher Klimapolitik setzen

Jedoch seien es nicht nur die möglichen Rebound-Effekte, die Anlass zu einem viel stärkeren Engagement gegen die Klimakrise erforderten. „Die EU hat mit ihrem im Dezember 2020 beschlossenen Emissionsminderungsziel von mindestens 55% bis 2030 ein starkes und wichtiges Zeichen gesetzt. Diese Vorgabe muss sich nun auch in deutscher Klimapolitik widerspiegeln”, fordert Ordowski. So spricht die Klima-Allianz Deutschland von einem mindestens 70%-Minderungsziel, das sich aus dem neuen EU-Ziel für Deutschland ergebe. 

Klimaschutzgesetz dringend anpassen

Neben den Zielanpassungen bedarf auch das Klimaschutzgesetz einer umgehenden Änderung. Gemeinsam mit über 85 Organisationen hat die KLJB dazu einen Verbändeappell zur Anpassung des Klimaschutzgesetzes gezeichnet. „Wenn das Klimaschutzgesetz nicht an das neue EU-Ziel angepasst wird, ist es nicht nur wirkungslos, sondern führt auf einen völlig falschen Pfad. Es muss darum gehen, gemeinsam als Europa gegen die Klimakrise vorzugehen. Und das kann nur gelingen, wenn alle ihrem erforderlichen Anteil nachkommen”, appelliert die Bundesvorsitzende. 

Kirche muss Stimme für Klimagerechtigkeit erheben

Der erneute Klimastreik stehe dabei jedoch nicht nur für Zahlen und Fakten ein. „Bei allen numerischen Zielsetzungen und Prozenten dürfen wir die Klimakrise und ihre heftigen Folgen nicht in den Hintergrund treten lassen“, stellt Ordowski klar. Die Klimakrise bedeute insbesondere für Menschen im Globalen Süden bereits jetzt eine akute existenzielle Gefahr. „Als katholischer Jugendverband treten wir insbesondere auch für eine weltweite Klimagerechtigkeit ein. Die Kirche muss ihre Rolle hier noch viel präsenter und mutiger einnehmen und ihre Stimme gegen die Klimakrise erheben. Gemeinsam müssen wir endlich in die Umsetzung von Maßnahmen kommen — für uns als auch für Menschen weltweit“, schließt die Bundesvorsitzende.

Die Pressemitteilung finden Sie auf der Website des KLJB.